Vitale da Bologna, Maler

Die Historiker datieren seine Geburt um 1309. Vitales Arbeit in Udine ist in den Jahren 1348 und 1349 dokumentiert und stellt für das Patriarchat von Aquileia in den letzten Herrschaftsjahren von Patriarch Bertrand de Saint-Geniès (1334-1350) einen wichtigen Moment wegen der Resonanz in Europa und wegen der Entwicklung der friaulischen Schule zu Beginn des 15. Jahrhunderts dar. Zuvor war er seit 1330 in Bologna tätig gewesen (Fresken in der Odofredi-Kapelle der Kirche S. Francesco in Bologna). Sein Erfolg und die vielen Aufträge brachten V. dazu, eine Werkstatt einzurichten; in diese Zeit (1348-1349) fällt sein Aufenthalt in Udine, gefolgt von seiner Arbeit in der Basilika S. Maria in Pomposa (1351) und von der Anfertigung des Polyptychons für den St. Thomas Beckett-Altar in der Kirche San Salvatore in Bologna (1353). Der letzte wichtige Freskenzyklus, von dem bedeutende große Fragmente erhalten sind, wurde in der Kirche Santa Maria dei Servi in Bologna ausgeführt. Der Maler lebte am 4. Juni 1359 noch, wird aber in einer Urkunde vom 31. Juli 1361 als verstorben verzeichnet. Die älteste überlieferte Urkunde zu Vitales Aufenthalt in Udine bezeugt im Juni 1348 seine Anwesenheit als Zeuge in der Kirche San Francesco.
Die Tatsache, dass sich ein kleines Stück, das Teil einer verloren gegangenen Beweinung Christi ist, auf der Südseite des Kirchenraums in Udine mit Vitales Stilelementen befindet, von dem schon von einem Mitarbeiter des Meisters berichtet wurde, hat zu der These geführt, dass der Maler persönlich in der Kirche in Udine tätig wurde. Mit Gewissheit erfahren wir aus den Urkunden, dass V. im Dom an der Verzierung der Hauptkapelle und der von der Bruderschaft der Schmiede in Auftrag gegebenen angrenzenden Kapelle des hl. Nikolaus und vielleicht auch an der Kapelle des hl. Antonius arbeitete. Den prestigereichen Auftrag der Verzierung der Apsis der von Patriarch Bertrand 1336 geweihten Hauptkirche der Stadt erhielt der Künstler vom Patriarchen persönlich.
Die Wiederentdeckung der von V. und seiner gut organisierten Werkstatt ausgeführten Fresken erfolgte schrittweise im Laufe des 20. Jahrhunderts.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Vitale da Bologna, pittore verwiesen, verfasst von Paolo Casadio, in Nuovo Liruti, Dizionario biografico dei Friulani, 1, Il Medioevo, C. Scalon (Hrsg.), Udine, Forum, 2006, 901-909.

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