Valerian

Valeriano - 55

Idealporträt des Patriarchen im Thronsaal des Diözesanmuseums und der Tiepolo-Galerie in Udine

Nach Bischof Fortunatian übernahm Valerian um 368 das Amt des Patriarchen von Aquileia und führte eine theologische und pastorale Tradition ein, die dem Bekenntnis von Nicäa wesentlich näher war: Zu dieser Zeit begann Aquileia unter den Kirchen Norditaliens, einschließlich Mailands, aber auch unter den Kirchen zwischen Adria und Donau eine herausragende Rolle zu spielen. Die pastorale Aktivität von Valerian zeigt sich zum ersten Mal bei seiner Teilnahme am römischen Konzil, der von Papst Damasius zwischen 369 und 372 einberufen wurde, um nach der vom Arianismus hervorgerufenen Krise wieder Ordnung im christlichen Abendland herzustellen und sich gegen die theologischen Neuigkeiten zur Wehr zu setzen. Vielleicht war es, abgesehen von der strategischen geografischen Position, die entschiedene Verteidigung des nicäischen Glaubensbekenntnisses der Orthodoxie, die dazu führte, dass in Aquileia im September 381 ein Synode einberufen wurde. Dieses recht kleine Konzil ist in unseren Augen sehr bedeutsam, weil es das einzige Konzil des langwierigen arianischen Streits ist, dessen offizielle Protokolle erhalten geblieben sind, die es uns ermöglichen die äußerst lebhafte und teilweise dramatische Diskussion nachzuvollziehen. Unter dem Vorsitz von Valerian und der Leitung von Ambrosius nahm das aus 32 Bischöfen bestehende Konzil am 3. September 381 seine Arbeit auf. Der Prozess der beiden angeklagten illyrischen Bischöfe, Palladius von „Ratiaria“ und Sekundinus von „Singidunum“, den bedeutendsten Exponenten des Arianismus, wurde noch am selben Abend mit der Verurteilung der Angeklagten beendet. Die Kirchenprovinz Aquileia befand sich zu diesem Zeitpunkt in ihrer Blütezeit und im Bistum gab es ein beachtliches Theologisches Seminar, das vielleicht auch aufgrund des durch die Anwesenheit des Heiligen Athanasius im Jahr 345 hervorgerufenen Enthusiasmus der Gemeinschaft nach dem klösterlichen Modell organisiert worden war und sich am Ideal der Harmonie zwischen Glaube und klassischer Kultur der Alexandrinischen Schule inspirierte.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Valeriano, vescovo di Aquileia verwiesen, verfasst von Giuseppe Cuscito, in Nuovo Liruti, Dizionario biografico dei Friulani, 1, Il Medioevo, C. Scalon (Hrsg.), Udine, Forum, 2006, 887-889.

Leave a Comment