Teodorus

Theodorus war zwischen 312 und 323 Bischof von Aquileia. Dank seiner Initiative wurden zwei Kultsäle, auch theodorische Hallen genannt, für die christliche Gemeinde von Aquileia gebaut, deren Mosaikfußböden bis heute erhalten geblieben sind.

Idealporträt des Patriarchen im Thronsaal des Diözesanmuseums und der Tiepolo-Galerie in Udine

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Wahrscheinlich trat Theodorus 312 die Nachfolge von Bischof Chrisogon II. an und war in der Folge elf Jahre lang Bischof von Aquileia. In der Biografie von Theodorus gilt allerdings nur das Datum 314, als er im Rahmen der Auseinandersetzung mit den Donatisten an der Synode von Arles teilnahm, als historisch belegt. Er unterschrieb hier mit«Theodorus episcopus, Augustus (o Agathon) diaconus de civitate Aquileiensium, provincia Dalmatia». Die Bezugnahme auf Dalmatien ist kein Zufall, da Aquileia aufgrund der Ursupation durch Licinius, der Konstantin ein Ende bereitete, zeitweilig zu dieser Provinz gehörte. Wenn die vom Chronicum Venetum veröffentlichte Nachricht stimmt, derzufolge er «natione Tracie Grecie» war, dann setzte er in Aquileia die Tradition der Wahl der Bischöfe orientalischen Ursprungs fort. Der Name Theodorus (dem das Adjektiv „Felix“ hinzugefügt wurde, bei dem es sich auch um einen zweiten Namen handeln könnte) erscheint in zwei Inschriften, die in die Mosaike von zwei Kultsälen eingefügt wurden, welche der Bischof für die christliche Gemeinschaft von Aquileia errichten ließ und die deshalb auch als theodorische Hallen bezeichnet werden. Folgende Inschrift befindet sich in der Südhalle: THEODORE FELI(X) (A)DIUVANTE DEO | OMNIPOTENTE ET | POEMNIO CAELITUS TIBI | (TRA)DITUM OMNIA | (B)AEATE FECISTI ET | GLORIOSE DEDICAS | TI.

In der Nordhalle erscheint sein Name dagegen in einer kurzen Inschrift in der auf sein spirituelles Wachstum und vor allem auf seinen hierarchischen Aufstieg Bezug genommen wird. Die Nordhalle wurde wohl für den eucharistischen Gottesdienst genutzt, während die Südhalle für die Katechumenen bestimmt war; im Zwischenraum befindet sich das Baptisterium mit einem sechseckigen Taufbecken auf einem quadratischen Grundriss. Die von Theodorus für die Fußböden vorgesehenen Mosaike sind eine beispielhafte und signifikante Kombination einer frühchristlichen oder nichtchristlichen bildenden und formalen Kunst und den förmlichen, theologischen, didaktischen, aber auch liturgischen Anforderungen der Kirchenprovinz Aquileia. Dies wird vor allem anhand einiger Mosaike der Nordhalle deutlich, insbesondere bei der Jonaslegende (zum ersten Mal wird die Geschichte von Jonas ist der christlichen Welt nicht so sehr als Anspielung auf das Motiv des Todes, sondern vielmehr als „Signum“ der Auferstehung erzählt), bei der Figur des Guten Hirten oder bei der christlichen Viktoria.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Teodoro, vescovo di Aquileia verwiesen, verfasst von Sergio Tavano in Nuovo Liruti. Dizionario biografico dei Friulani, 1, Il Medioevo, C. Scalon (Hrsg.), Udine, Forum, 2006, 824-827.

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