Seneca, Tragoediae

  • Ende 14. Jahrhundert; Pergament; 355 × 245 mm; Bl. 239
  • San Daniele del Friuli, Biblioteca Civica Guarneriana, 75

Eine komplexe Sammlung, ganz im Einklang mit der kulturellen Bildung seines berühmten Besitzers, Antonio Pancera, Patriarch von Acquileia.

Dieser Codex wurde von zwei Kopisten in littera textualis geschrieben. Zahlreiche Initialen sind mit Blattverzierungen mit vergoldeten Rändern versehen. Paragraphen, Rubriken und die in rot geschriebenen Personennamen vervollständigen die Verzierung; auf Bl. 3r wurden die beiden Miniaturen entfernt, während die Verzierung erhalten geblieben ist. Es handelt sich um eines der Bücher, welche den Erben von Kardinal Pancera gehörten und dann in den Besitz von Guarnerio d’Artegna übergingen. Sie beinhalten die Tragödien und die Dialoge von Seneca dem Jüngeren (der Philosoph), die excerpta aus Controversiae et Suasoriae von Seneca dem Älteren (dem Vater Senecas), der im Mittelalter nicht von seinem Sohn (dem Philosophen) unterschieden wurde, und andere Texte, die eine mehr oder weniger eindeutige Verbindung zum Philosophen Seneca aufweisen. Bemerkenswert sind auch die Exzerpte aus einem Kommentar zu den Seneca-Tragödien des Dominikaners Nicola Trevet, der zwischen 13. und 14. Jh. lebte. Der Guarn. 75 ist demnach eine komplexe Sammlung, ganz im Einklang mit dem was über die Kultur seines berühmten Besitzers, Antonio Pancera, bekannt ist: dieser bevorzugte die moralisierende Literatur und verwendete in seiner 1898 von Ernesto Degani herausgegebenen Briefsammlung zahlreiche aus einer Sammlung von Maximen und Anekdoten entnommene Maxime, die den diesem Codex beigefügten Sammlungen ähneln.

f. 3r, Blattverzierungen, die dekorierten Initialen wurden entfernt

f. 3r, Blattverzierungen, die dekorierten Initialen wurden entfernt

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