Rodgaud, Herzog des Friauls

Ihm ist der letzte Widerstand der Langobarden gegen die Franken und Karl den Großen zu verdanken. Sein Tod in der Schlacht im Jahr 776 bedeutete den endgültigen Untergang des Langobardenreichs auch in den östlichen Teilen der Halbinsel und war traumatisch für die gesamte Gesellschaft von Cividale.

Rodgaud, der letzte langobardische Herzog des Friauls, kämpfte tapfer gegen die Franken in Pavia und Verona. Nach dem Fall der beiden Städte versuchte er, weiterhin Widerstand zu leisten und wich in Richtung Livenza zurück. Am Ende musste er sich dem fränkischen Heerführer unterwerfen, der inzwischen das gesamte langobardische Italien beherrschte. Obwohl Karl ihn als Herzog des Friauls eingesetzt hatte, nutzte der unbändige Langobarde in den Jahren 775 und 776 den Krieg zwischen den Franken und Sachsen und versuchte, eine Verschwörung mit dem Ziel anzuzetteln, die langobardische Dynastie von König Desiderius wiederherzustellen und dessen Sohn Adelchis auf den Thron zu bringen, der in Konstantinopel Schutz gefunden hatte. Insgeheim stimmte er sich mit dem Herzog von Treviso (Stabilinus, sein Schwiegervater) und mit den Herzögen von Spoleto, Chiusi und Benevento ab und sicherte sich die Unterstützung der Byzantiner und Bayern. So hoffte er, sein Ziel der Wiederherstellung des Reichs zu erreichen. Der Aufstand schlug jedoch fehl, und der tapfere R. wurde aufgehalten. Karl zog nach seinem Sieg gegen das Heer der aufständischen Sachsen nämlich wieder nach Italien und schaffte es, die Front der Verschwörer zu durchbrechen. Die beiden Heere, das fränkische und das friaulische, trafen nicht weit vom Piave aufeinander: Rodgauds Heer wurde besiegt, und der Herzog selbst fiel im Kampf. Trotz der Bitten von Patriarch Siguald griff der Frankenkönig in den Gebieten von Austrasien und insbesondere in denen des Herzogtums Friaul hart durch, ersetzte in allen Ämtern alle Langobarden durch fränkische Notabeln und beschlagnahmte ihre Güter. Der Klerus verlor das Recht den Patriarchen zu wählen. In diesem Zusammenhang erlitt auch Paulus Diaconus‘ Familie viele Widrigkeiten, und der Geschichtsschreiber selbst sah sich gezwungen, sich in ein Kloster in Montecassino zurückzuziehen.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Rodgaudo, duca del Friuli verwiesen, verfasst von Luca Villa in Nuovo Liruti. Dizionario biografico dei Friulani, 1, Il Medioevo, C. Scalon (Hrsg.), Udine, Forum, 2006, 742-744.

Leave a Comment