Ludwig von Teck

Ludovico di Teck 72

Idealporträt des Patriarchen im Thronsaal des Diözesanmuseums und der Tiepolo-Galerie in Udine

Ludwig, der letzte Nachkommen der Herzöge von Teck in Schwaben wurde um 1375 geboren und war der Sohn von Friedrich und Anna von Helfenstein. Spätestens 1394 trat er der Universität Padua bei, wo ihm von Francesco Novello von der Herrscherfamilie da Carrara die Staatsbürgerschaft verliehen wurde. Als Antonio Pancera zum Kardinal ernannt wurde und das Heer von Kaiser Sigismund die „Patria del Friuli“, das Fürstentum des Patriarchen, besetzte bot sich im Jahr 1411 die Gelegenheit Ludwig zum Patriarchen zu ernennen. Nachdem die Gemeinden und die Adeligen dem kaiserlichen Vikar Friedrich von Ortenburg, dem Schwager von Teck, die Treue geschworen hatten und der Rat des friaulischen Parlaments Sigismund gebeten hatte an die Ernennung eines neuen Patriarchen zu denken, wählten die Kanoniker von Aquileia am 6. Juli 1412 Ludwig von Teck, angesichts seiner fürstlichen Herkunft und seiner Bildung, zum Patriarchen. Obwohl er nur die niederen Weihen erhalten hatte und noch nicht von Papst Johannes XXIII. bestätigt worden war, wurde Ludwig im Friaul universell anerkannt. Allerdings begann Teck seine Regierungstätigkeit erst nach dem Abzug der kaiserlichen Truppen. Am 25. April 1413 fand unter seinem Vorsitz eine Sitzung des Parlaments statt und ab diesem Zeitpunkt konsultierte er in regelmäßigen Abständen das Parlament oder den Rat des Parlaments, meistens im Schloss von Udine, seiner Hauptresidenz. In den sieben Jahren seiner direkten Regierungstätigkeit, die vor allem vom Konflikt zwischen dem Kaiser Sigismund und der Republik Venedig gekennzeichnet war, die von den friaulischen Adelsfamilien um Tristan Savorgnan unterstützt wurde, war er mehr an weltlichen, als an geistlichen Themen interessiert und agierte mehr als weltlicher Landesfürst und weniger als Vertreter der Kirche. Als sich im Januar 1420 die venezianischen Truppen näherten verließ der Patriarch das Friaul nach den verheerenden Raubzügen der Ungarn, die das Gebiet heimgesucht und geplündert hatten. Venedig unterwarf Udine am 6. Juni und darauf folgte im August die Unterwerfung des gesamten Herrschaftsgebietes des Patriarchats im Friaul und in Istrien. Der Kompetenzbereich des Patriarchen Teck beschränkte sich danach nur noch auf die Diözese Aquileias jenseits der Alpen: Er konnte die kirchliche Gerichtsbarkeit nur noch über Südkärnten und Krain, dem heutigen Slowenien, ausüben. Dadurch kam es auch zu einer radikalen Verringerung der Einnahmen. Nachdem Sigismund am 4. Juni 1433 dank der Mediation von Papst Eugenius IV. ein Abkommen mit der Republik Venedig abschließen konnte, suchte Teck, der nicht mehr auf die kaiserliche Unterstützung bei der Beanspruchung des Patriarchats zählen konnte Zuflucht und Hilfe beim Konzil von Basel, an dem er ab Anfang 1434 teilnahm. Seine Zeitgenossen erinnern sich daran, dass Teck den Venezianer um seine Berufung zum Papst beneidete und ihn im Juli 1438 verächtlich als Ladenbesitzer und Häretiker bezeichnete. Je mehr Mitglieder des Konzils im Laufe der Jahre Basel verließen und sich auf die Seite von Papst Eugenius IV. stellten, desto mehr wuchs der politische Einfluss Tecks innerhalb des Konzils: Er war mehrmals Vorsitzender der allgemeinen Synode, seiner Delegation und der deutschen Nation; außerdem unterstützte die Synode seinen Antrag auf Rückgabe des Patriarchats, u.a. mit der Verfügung vom 21. Mai 1439. Seine Haltung im Konzil zeigt, dass er sich der weltlichen Herrschaft und der Diplomatie mehr verbunden fühlte, als dem geistlichen Amt. Teck starb während einer Pestepidemie am 19. August 1439 nach einer einwöchigen Krankheit.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Teck (di) Ludovico, patriarca di Aquileia verwiesen, verfasst von Dieter Girgensohn, in Nuovo Liruti, Dizionario biografico dei Friulani, 1, Il Medioevo, C. Scalon (Hrsg.), Udine, Forum, 2006, 811-821.

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