Ludwig IV. von Thüringen, der Heilige

Zeichnung von der Grabplatte Ludwigs IV. von Thüringen, aufbewahrt im Kloster Reinhardsbrunn

Zeichnung von der Grabplatte Ludwigs IV. von Thüringen, aufbewahrt im Kloster Reinhardsbrunn

Sohn von Hermann I. und Sophia von Bayern, im Alter von nur 16 Jahren wurde er Landgraf von Thüringen.

Seit 1221 war L. mit Elisabeth, der Tochter des ungarischen Königs Andreas II., verheiratet. 1226 wurde Ludwig zum Hoftag in Cremona gerufen, wo er Friedrich II. von Schwaben versprach, ihn auf dem Kreuzzug ins Heilige Land zu begleiten. 1227 brach er zum Sechsten Kreuzzug auf, zum Teil auch von den Erzählungen seines Vaters und seines Onkels beeinflusst, die 1197 im Heiligen Land gewesen waren. Ludwig ließ seine Frau schwanger zurück. Im Sommer 1227 überquerte er die Gebirge zwischen Thüringen und Oberfranken, zog durch Schwaben und Bayern, überquerte die Tiroler Alpen und zog durch ganz Italien. In Brindisi angekommen, bekam er eine Fiebererkrankung, die das Kreuzfahrerheer im apulischen Hafen dahinraffte; L. erhielt seine letzte Ölung vom Patriarchen von Jerusalem und zog nach Otranto, wo er kurz darauf starb. Wenige Tage nach seinem Tod wurde seine Tochter Gertrud geboren. Ludwigs Leichnam wurde 1228 nach Reinhardsbrunn gebracht, wo er beigesetzt wurde. Sein Grab wurde zu einem Ort der Volksverehrung. Mit seiner Gemahlin Elisabeth hatte er drei Kinder: Hermann (1222-1241), der Helene von Braunschweig-Lüneburg heiratete; Sophie (1224-1275), die Heinrich II. von Brabant heiratete und Gertrud (1227-1297), die Äbtissin im Kloster Altenberg wurde.

Seine Frau Elisabeth starb nur wenige Jahre nach ihm (1231) im Alter von 24 Jahren, nachdem sie den Rest ihres Lebens als Franziskanerin des Dritten Ordens in Buße und im Dienst der Armen verbracht hatte: Schon 1235 wurde sie heilig gesprochen. Ludwig wurde niemals formal heilig gesprochen, jedoch in Deutschland als Ludwig der Heilige verehrt. Woanders ist er auch als Seliger Ludwig von Thüringen bekannt.

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