Literatur in Vulgärsprache

Anonymer Autor, [Planh] en mort d’En Joan de Cucanh

  • 13. Jh. (1270); Pergament; 271 × 211 mm; ein Blatt mit Notenschrift
  • Cividale del Friuli, Archivio Capitolare, 1484 Capitolo – San Marco di Rubignacco

Ein Dichtung auf Okzitanisch zum Gedenken an Johann von Cucagna, die von einem anonymen Hofsänger geschrieben und vertont wurde, der mit dem Hof des Patriarchen Gregorio von Montelongo verbunden war.

L’Estoire del saint Graal

  • Ende 13. Jh.; Pergament; 280 × 228 mm; ein Blatt*; illustriert (eine bebilderte Initiale)
  • Udine, Archivio di Stato, Fragment 107

In dem von Notar Decio di Leonardo Deciani aus Tolmezzo in den Jahren 1598-99 benutzten Fragment sind Episoden aus dem ersten Teil des Romans des erfolgreichen anonymen französischen Prosazyklus enthalten.

Barlaam et Josaphat, anonyme Version in Oktosyllaben

  • 14. Jh. drittes Viertel [Friaul]; Papier; 293 × 211 mm; 1 Blatt
  • Cividale del Friuli, Biblioteca Civica, Fondo D’Orlandi*, Umschlag 24 (ACD H 24)

Von einem vermutlich einheimischen Kopisten angefertigt, der mit den Sprachgewohnheiten der in Italien übertragenen französischen Texte vertraut war.

La queste del saint Graal

  • Ende 13. Jh.; Pergament; 358 × 250 mm; 104 Bl.; illustriert (33 bunte Zeichnungen, eine bebilderte Initiale, 8 verzierte Initialen)
  • Udine, Biblioteca Arcivescovile, 177

Eine Handschrift der Queste, die aus der Bibliothek der Gonzaga aus Mantua stammt und in den Bestand der Patriarchalbibliothek in Udine gelangte.

Le Roman de Tristan en prose

  • 14. Jh., zweites Viertel; Pergament; 270 × 205 mm; zwei Blätter
  • Udine, Archivio di Stato, Fragment 110

Auf einem Deckblatt für Notarprotokolle von Lorenzo di Domenico von Lovaria, Notar in Udine (1457-58), steht der Text des Tristan in Prosa, der der erfolgreichste Roman in der Langue d’oïl im gesamten Mittelalter war.

Tavola Ritonda

  • Mitte 14. Jh. (Venetien); Pergament; 247 × 188 mm; zwei Blätter
  • Padua, Biblioteca Universitaria, 609, Vorsatzseite vorne; Udine, Biblioteca Arcivescovile, 86, Vorsatzseite hinten

Der bedeutendste Prosatext der italienischen Literatur in Vulgärsprache vor dem Dekameron ist in diesen Fragmenten aus dem Kloster San Francesco della Vigna in Udine enthalten.

Dante Alighieri, Komödie

  • 15. Jh. (1466, Cividale del Friuli); Pergament; 256 × 185 mm; Bl. III, 206, II’; bebilderte Initiale (S. 1)
  • Padua, Biblioteca Civica, C.M. 937

Nicolò Claricini sen. aus Cividale ist der Kopist dieser Handschrift von Dantes Werk, die den emilianisch-romagnolischen Zweig der Komödie belegt.

Titus Livius, Historiarum decas prima, Übertragung in die italienische Vulgärsprache

  • 15. Jh. (1459-60 ca.); Pergament; 288 × 193 mm; Bl. I, 199; Ill. (9 verzierte Initialen)
  • Udine, Seminario Arcivescovile, Biblioteca ‘P. Bertolla’, Fondo Cernazai 421

Die Handschrift, die raffinierte Verzierungen in antiquarischem Stil aufweist, wird der Schrift- und Malkunst des Paduaners Bartolomeo Sanvito (1435-1511) zugeschrieben, dessen Kunden neben den Gonzaga auch Marcantonio Morosini aus Venedig und der Patriarch von Aquileia Ludovico Trevisan waren.

Francesco Petrarca, Rerum vulgarium fragmenta (fol. 10r-105v, 107v-148r); Triumphi (fol. 150r-187r)

  • 15. Jh. (letzten zwei Jahrzehnte, vor 1497); Pergament; 236 × 148 mm; Bl. I, 189; illustriert (2 Miniaturen, 6 ausgemalte Initialen, eine bebilderte)
  • San Daniele del Friuli, Biblioteca Civica Guarneriana, 139

Die von Bartolomeo Sanvito für den Geistlichen Ludovico Agnelli aus Mantua geschriebene und mit Miniaturen verzierte Handschrift gehörte der Familie Amalteo aus Pordenone, bevor sie von der Gemeinschaft von San Daniele del Friuli erstanden wurde.

Antonio Tebaldeo, Verse

  • Ende 15. Jh.; Pergament; 245 × 165 mm; ein Blatt
  • Udine, Archvio di Stato, Fragment 72

Diese in einem Udineser Fragment des Notars Nicolò di Giorgio aus San Daniele del Friuli erhaltenen Verse waren literarisch sehr erfolgreich und wurden von den Lesern verschlungen.

Grammatikalische Fragmente Lateinisch-Friaulisch und Übersetzungsübungen vom Friaulischen ins Lateinische

  • 14. Jh.; Papier; 210 × 150 mm; 34 Bl.
  • Verona, Biblioteca Civica, 1253, b. 53/2

Neben den beachtenswerten Papieren buchhalterischer und administrativer Natur eine der bedeutendsten Quellen für die Erforschung des frühen Friaulisch.

Piruç myo doç

  • 14. Jh. (Cividale del Friuli); Pergament; 298 × 112 mm
  • Udine, Biblioteca Civica Joppi, Hauptbestand, 369

Einer der wenigen literarischen friaulischen Texte aus den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert, die dem Zahn der Zeit widerstanden.

Leave a Comment