Leo der Große, Epistulae

  • 9./1 Jh.; Pergament; 280 × 172 mm; Bl. II, 87, I’.
  • Paris, Bibliothèque Mazarine, 1645

Der Aufenthalt der Handschrift im Friaul ist zumindest ab dem 15. Jahrhundert belegt.

Der erste Hauptteil (S. [1a]-154) dieser Handschrift enthält eine umfassende Briefsammlung von Papst Leo dem Großen (440-461). Und es war vor allem der Inhalt dieser Handschrift, die 1675 die Aufmerksamkeit ihres ersten Herausgebers Pasquier Quesnel und in den folgenden Jahrhunderten und vor allem in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die der Wissenschaftler auf sich zog, die eine kritische Ausgabe des Textes herausgeben wollten. Die Ergebnisse der langen und teilweise kontroversen Studien sind sich zwar ziemlich einig darin, den Archetyp dieser Handschrift in einer Sammlung zu erkennen, die zur Zeit des Dreikapitelstreits (6. Jahrhundert) verfasst und eben von seinen Unterstützern, in erster Linie der Kirchenprovinz Aquileia, verwendet wurde, es bleibt jedoch noch zu klären, welches Zentrum sich drei Jahrhunderte später für den dogmatischen Inhalt interessierte, sie abschrieb und das Dossier über die ungerechte Exkommunikation auf den letzten Seiten hinzufügte. Die in der gesamten Handschrift vorhandenen Randnotizen in humanistischer Schrift dokumentieren in jedem Fall ihren Aufenthalt im Friaul im Laufe des 15. Jahrhunderts: So ist die Handschrift von Giacomo da Udine (um 1410 – 1482) zu erkennen, Kanoniker des Domkapitels von Aquileia, Kopist, Literat und Freund verschiedener Humanisten seiner Zeit, darunter auch Guarnerio d’Artegna.

Paris, Bibliothèque Mazarine, 1645, Randnotiz von Giacomo da Udine auf Seite 13

Paris, Bibliothèque Mazarine, 1645, Randnotiz von Giacomo da Udine auf Seite 13

Seite 165 mit Initiale

Seite 165 mit Initiale

Seite 170, Texte über die ungerechte Exkommunikation, hinzugefügt von einem anderen Schreiber

Seite 170, Texte über die ungerechte Exkommunikation, hinzugefügt von einem anderen Schreiber

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