Giovanni de Cramariis, Buchmaler

Der friaulische Buchmaler, Maler und Holzschnitzer wurde als Sohn von Pantaleone um 1450 in Udine geboren. Er war im Friaul und in der Toskana tätig. Er heiratete Anna, die Schwester des Malers Pellegrino da San Daniele und hatte mit ihr einen Sohn, Nicodemo, ein urkundlich erwähnter Maler von 1508 bis 1533. Er hatte eine Maler- und Buchmalerwerkstatt in Udine. Noch heute ist seine Malerausbildung unbekannt: Die ersten Urkunden erwähnen ihn schon als bekannten Künstler, der zusammen mit Girolamo da Cremona, Liberale da Verona und anderen in Siena Miniaturen für die Choralbücher des Doms anfertigte: Entsprechende Zahlungen wurden in den Jahren 1470–1473 verzeichnet, aber es ist wahrscheinlich, dass diese Arbeit länger dauerte. Danach wurde sein Aufenthalt in Udine und in anderen Ortschaften des Friauls bezeugt. Von 1494 bis 1507 wurden mehrfach Zahlungen in den Büchern der Kämmerer des Doms von Spilimbergo verzeichnet, weil er einige Antiphonalien mit Miniaturen verziert hatte. Er starb Ende 1507: In einer Urkunde über die Kirche S. Maria di Castello in Udine wird sein Sohn Nicodemo als „quondam“ Giovanni de Cramariis erwähnt.

Seine Hand wurde neben der anderer Meister in einigen kleinen, mit Miniaturen verzierten Initialen von drei Gradualen des Doms von Siena erkannt, während alle Miniaturen von fünf Gradualen und einem Antiphonale des Doms von Spilimbergo von ihm stammen: Dort befinden sich insgesamt 19 Miniaturen mit Figuren und zahlreichen kleinen oder großen Initialen. Zweifellos ist das Graduale 3 das prächtigste, das zeitlich als erstes angefertigt wurde, da es schon in einer Inventur von 1501 als «scriptum calamo miniatum cum litteris aureis et cum picturis in marginibus» beschrieben wird.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Cramariis (de) Giovanni, miniatore verwiesen, verfasst von Giuseppe Bergamini, in Nuovo Liruti, Dizionario biografico dei Friulani, 2, L’Età veneta, C. Scalon, C. Griggio, U. Rozzo (Hrsg.), Udine, Forum, 2009, 848-852.

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