Gian Domenico Guerra, Historiker

Mit der Entstehung seines monumentalen Werks erwarb sich sein Verfasser den Ruf eines maßgeblichen Gelehrten. Das Otium Foroiuliense wurde von den bedeutendsten Liebhabern der friaulischen Geschichte konsultiert und gilt auch heute noch als wertvoller Bezugspunkt für Wissenschaftler und Forscher.

Gian Domenico Guerra wurde im Juni 1703 in Urbignacco, einer Fraktion von Buia (Udine), geboren. Er schlug die Kirchenlaufbahn ein und war ab den 1740er Jahren mindestens zehn Jahre lang der Beichtvater im Nonnenkloster von Aquileia, das seinen Sommersitz in Cividale hatte. Anfang der 1760er Jahre wurde er zum Kanoniker des Kollegiatstifts von Cividale gewählt, wo er bis zu seinem Tod 1779 blieb. In der langen Zeit, die Guerra in Cividale verbrachte, widmete er sich mit großer Leidenschaft der Suche nach historischen Urkunden und Zeugnissen über seine Heimat in Bibliotheken, Archiven und Privatsammlungen. Das Ergebnis dieser langen und mühevollen Arbeit sind die 60 Bände des Otium Foroiuliense, die die Übertragungen von öffentlichen und privaten Urkunden aus der Zeit des Patriarchats und der venezianischen Herrschaft im Friaul sowie sonstiges, diverses Material zur Geschichte des Friauls enthalten, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Geschichte von Aquileia und Cividale, den Familien und der friaulischen Kultur. Dieses beeindruckende Urkundenkorpus wurde manchmal durch Guerras Anmerkungen und Beobachtungen ergänzt. Die Bände wurden zunächst vom Kanoniker Niccolò Portis aus Cividale und später von der Bibliothek des archäologischen Museums in Cividale erworben, wo sie noch heute aufbewahrt werden.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Guerra Giandomenico, storico verwiesen, verfasst von Lorenzo Di Lenardo in Nuovo Liruti. Dizionario biografico dei Friulani, 2, L’Età Veneta, C. Scalon, C. Griggio, U. Rozzo (Hrsg.), Udine, Forum, 2009, 1400-1401.

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