Elias

Idealporträt des Patriarchen im Thronsaal des Diözesanmuseums und der Tiepolo-Galerie in Udine

Idealporträt des Patriarchen im Thronsaal des Diözesanmuseums und der Tiepolo-Galerie in Udine

Elias gehört zu den bemerkenswertesten Persönlichkeiten der Geschichte des Patriarchats von Aquileia. Er setzte sich nach den langobardischen Invasionen für die Anerkennung von Grado als neuem Bischofssitz ein und war ein entschlossener Unterstützer des Dreikapitelstreits. In dieser prekären Situation distanzierte sich Rom ausdrücklich von der Kirchenprovinz Aquileia; die Mitglieder der Kirchenprovinz Aquileia erklärten sich solidarisch mit den Beschlüssen des Konzils von Chalkedon in 451 in der Basilika der Heiligen Euphemia, der Elias auch die Kathedralkirche von Grado widmete, deren Bau er auf der Grundlage der von Nicetas errichteten Basilika fortsetzte und perfektionierte. Kurz nach dem Abschluss der Bauarbeiten wurde in der „neuen“ Basilika am 3. November 579 eine große Synode abgehalten, die einberufen worden war, um die eigene Orthodoxie und die Treue gegenüber der Doktrin und Autorität von Aquileia zu betonen und zwar nicht nur vonseiten des nach Grado geflohenen Klerus von Aquileia, sondern auch der Suffraganen: Tatsächlich waren dreizehn Bischöfe der „Venetia et Histria“, zwei aus Pannonien (und Savien), drei aus dem Noricum Mediterraneum und einer aus Ratiae II anwesend. Vergeblich versuchte Papst Pelagius II. zwischen 585 und 586 Elias und die Suffraganbischöfe von Aquileia zu überzeugen dem Schisma abzuschwören und sich wieder der römischen Kirche unterzuordnen. Elias renovierte und dekorierte die Basilika von Grado mit präzisen und innovativen, ästhetischen und formalen Stilrichtungen: Sein Name erscheint mehrmals auf dem Mosaikfußboden der Basilika in folgender Inschrift: EPIS(COPUS) SANCTAE AQUIL(EIENSIS) ECCL(ESIAE). In der Basilika der Heiligen Euphemia befanden sich noch jahrhundertelang die Gräber der Patriarchen, deren Grabschätze zeigen, dass sie dem Kult der Märtyrer, vor allem der Canziani, huldigten. Für Elias waren die Bauarbeiten einerseits eine Gelegenheit vor allem bei den Mosaiken berühmte Handwerkstraditionen wieder aufleben zu lassen, aber er nutzte sie auch um innovative Techniken auszuprobieren.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Elia, patriarca di Aquileia verwiesen, verfasst von Sergio Tavano, in Nuovo Liruti, Dizionario biografico dei Friulani, 1, Il Medioevo, C. Scalon (Hrsg.), Udine, Forum, 2006, 269-273.

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