Eberhard, Markgraf von Friaul

Die Figur des Markgrafen hat nicht nur ein politisches, sondern in erster Linie ein kulturelles Profil, aber vor allem war er im Vergleich zum äußerst niedrigen Bildungsniveau eines Großteils der – aristokratischen und nicht aristokratischen – Exponenten der zeitgenössischen, weltlichen Gesellschaft im karolingischen Zeitalter eine absolute Ausnahme.

Eberhard war Graf-Herzog-Markgraf von Friaul, Sohn von Unroch, Exponent des Hochadels im Dienste Karl des Großen; er war germanischen Ursprungs und konsolidierte die führende Rolle seiner Familie dank der zwischen 835 und 840 gefeierten Hochzeit mit Gisela, der Tochter von Ludwig dem Frommen und Judith, seiner zweiten Frau. Es konnte nie genau bestimmt werden, wann er gezwungen war sich gegen die Raubzüge von Narentauern und Kroaten zur Wehr zu setzen, welche von der Ostküste aus die Adria unsicher machten und die friaulische Grenzmark bedrohten. Einige Gedichte von Sedulio Scoto wurden der Geste des Markgrafen gegen Slawen und Sarazener gewidmet. Die Verteidigung der Grenzen wurde von einer intensiven, vermutlich auch von Eberhard ermutigten, missionarischen Aktivität der Kirche von Aquileia begleitet und führte zu einer schrittweise erfolgenden Stabilisierung der Beziehungen zu den Kroaten Dalmatiens.

Der Markgraf setzte sich beim Kaiser Ludwig II. für die vom Patriarchen Aquileias beanspruchten Rechte auf Istrien (854) ein und der Herrscher übertrug ihm auch später noch wichtige diplomatische Missionen. Abgesehen von Sedulio hatte er die Gelegenheit Hinkmar von Reims, Rabano Mauro und Hartgar von Lüttich kennenzulernen und Zeit mit ihnen zu verbringen. 847 gewährte er dem aufgrund seiner Theorie über die Vorherbestimmung verfolgten Sachsen Gottschalk Asyl und 848 nahm er den exkommunizierten Anastasius Bibliothecarius bei sich auf. Die in seiner persönlichen Bibliothek enthaltenen und im Testament des Markgrafen (und seiner Gemahlin) aufgelisteten Bücher bestätigen, mehr noch als seine Beziehungen und Freundschaften, seine vielseitigen Interessen als hohem Exponenten der karolingischen Aristokratie und reichten von der Theologie, über Medizin und Geschichte, bis hin zu Jura, Geografie und Militärtheorie; auf diesem Weg versuchte er die Beziehungen und den kulturellen Austausch zwischen Norditalien, Bayern und den verschiedenen Komponenten des Reiches zu gestalten. E. starb zwischen 864 und 866; seine Ehefrau verließ Italien und zog sich nach Cysoing, in der Nähe von Tournai, zurück, wo sie in der Mitte des Jahrhunderts eine Abtei gründete. Die sterblichen Überreste des Markgrafen wurden ein Jahrzehnt später dorthin überführt. Sein Sohn Unroch trat im Friaul seine Nachfolge an. Auch er starb kurz darauf und sein Bruder Berengar, der 888 zum König von Italien ernannt wurde, trat die Nachfolge an.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Eberhard, Markgraf von Friaul verwiesen, verfasst von Massimo Dissaderi in Nuovo Liruti. Dizionario biografico dei Friulani, 1, II Medioevo, C. Scalon, Udine, Forum, 2006, 265-269

ra l’Italia settentrionale, la Baviera e, più in generale, le varie componenti dell’Impero. E. morì tra l’864 e l’866; la moglie abbandonò l’Italia ritirandosi a Cysoing, non lontano da Tournai, dove aveva fondato un’abbazia verso la metà del secolo e dove le spoglie del marchese furono traslate un decennio più tardi. Il figlio Unroch gli successe in Friuli. Morto anch’egli di lì a poco, la marca fu affidata al secondogenito Berengario che, nell’888, avrebbe cinto la corona di re d’Italia.

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