Der Name

Der NameIm römischen Zeitalter gehörte das derzeitige Territorium Friauls zur wesentlich größeren Provinz “Venetia et Histria” mit der Hauptstadt Aquileia und wurde “Forum Iulii” (der Markt von Julius Cäsar”) genannt.

Im römischen Zeitalter existierte das Friaul noch nicht: Das Territorium Friaul gehörte damals zur wesentlich größeren Provinz “Venetia et Histria” mit der Hauptstadt Aquileia; “Forum Iulii” war der Name der vormals von Kelten und Venetern bewohnten Siedlung, die Julius Cäsar zum Marktplatz, Forum Iulii (der Markt von Julius Cäsar”), ernannte; später wurde diese zum “Municipium” der römischen Tribus Scaptia und zuletzt erhielt sie den Status der Provinzhauptstadt, nachdem Attila 452 Aquileia zerstört hatte. Trotz der seit Beginn des V. Jahrhunderts kontinuierlich erfolgenden Invasionen, behielt die alte römische Provinz, zumindest formal, ihre Einheit bei, bis Justinian Mitte des VI. Jahrhunderts versuchte, die kaiserliche Vorherrschaft in diesem Gebiet wiederherzustellen. Es waren die Langobarden, die 568 über den “pons Sontii”, die Isonzobrücke, in das friaulische Territorium einfielen und seine Einheit endgültig zerstörten. Sie schafften seinerzeit die politischen und administrativen Voraussetzungen für die Gründung des Friaul. Nach dem allgemeinen Verständnis von Paolo Diacono, dem Historiker der Langobarden, wurde “Forum Iulii” auch “Foroiuliana civitas”, “Foroiuliana urbs”, “Foroiulianum oder Foroiuliense castrum”, “Foroiulianum oppidum” genannt. Es ist allerdings durchaus denkbar, dass sich zur selben Zeit bereits eine die Hauptstadt umgebende Provinz “Foroiuliana provincia” entwickelte. Im Laufe des 8. Jahrhunderts hatte sich der Name “Friaul”, nicht nur als Name der Stadt, sondern des gesamten langobardischen Herzogtums, durchgesetzt, wie verschiedene zeitgenössische Dokumente beweisen.

Den Beginn der Geschichte des Friaul charakterisieren demnach zwei wesentliche Aspekte: Einerseits der Bruch mit der Vergangenheit, der sich vor allem auf politisch-institutioneller Ebene zeigt, und andererseits eine tiefreichende Fortführung der Tradition. Der Bruch entspricht der Invasion im Jahr 568 und der Gründung des langobardischen Herzogtums. Die Kontinuität durchzieht dagegen den gesamten Zeitraum wie ein roter Faden, von der Antike bis zum friaulischen Mittelalter: Sie besteht aus dem klassischen und christlichen Erbe, das von der Kirche von Aquileia bewahrt und weitergegeben wurde und dass die Langobarden im Laufe der Zeit übernahmen. Die friaulische Sprache romanischen Ursprungs zeugt von der Vorherrschaft der lateinisch-keltischen Elemente und ihrer wesentlichen kulturellen und religiösen Bedeutung gegenüber dem germanischen Einfluss der Langobarden.

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