Chromatius

Cromazio - 68

Idealporträt des Patriarchen im Thronsaal des Diözesanmuseums und der Tiepolo-Galerie in Udine

Chromatius wurde um 335-340 in einer christlichen Familie in Aquileia geboren und war 369-370 bereits Priester. Als Valerian am 26. November 388 starb wurde er von Ambrosius, mit dem er seit dem Konzil von Aquileia im Jahr 381 bekannt war, zu dessen Nachfolger ernannt. Während der zwanzig Jahre seines Bistums widmete sich Chromatius seinem Volk: Seine pastorale Aktivität war, wie diejenige von Ambrosius und Augustinus auf die Feier der heiligen Messe, auf die Spendung der Sakramente und Sakramentalien, auf die Predigt und den Dienst an Armen und Unterdrückten ausgerichtet. Als Bischof verfolgte er mit lebhaftem Interesse das Schicksal von Freunden und Schülern, die ihm immer mehr Verehrung und Respekt entgegenbrachten. Er starb 407 oder Anfang 408 kurz vor der zweiten Invasion Italiens durch Alarich, der siegreich bis nach Rom marschierte, nachdem er bereits im November 401 Aquileia belagert hatte. Bis vor kurzem gab es aus der literarischen Tätigkeit von Chromatius nur ein Matthäus-Kommentar, von dem nur 17 in seinem Namen bereits im XVI. Jh. veröffentlichte Kapitel bekannt waren. Hinzu kam dann noch ein Dokument über die 8 Seligkeiten. Zwischen 1959 und 1965 und in den darauf folgenden Jahren konnte das Werk von Chromatius um zahlreiche Schriften ergänzt werden, so dass eine neue und ergänzte Ausgabe seiner oratorischen und esegetischen Schriften im Band IX A des Corpus Christianorum eingefügt und 1974 veröffentlicht wurde. Trotz dieser glücklichen Funde ist Lemarié der Meinung, dass es sich nur um die Hälfte seiner literarischen Werke handelt. Seine rednerischen Aktivitäten standen in engem Zusammenhang mit der Fortbildung seiner Anhänger und einigen seiner Zuhörer verdanken wir es, dass wenigsten ein Echo seiner Tätigkeit erhalten geblieben ist. In seinen Predigten sprach Chromatius sowohl im wörtlichen als auch im spirituellen Sinn über viele Passagen des ersten Evangeliums. Erst nach der Veröffentlichung des Matthäus-Kommentars von Girolamus (398) dachte er über ein ähnliches, aber pastorales Werk nach in dem er auf bereits in den Predigten aufgegriffene Themen einging. Zum Zeitpunkt seines Todes gab es in der bischöflichen Bibliothek von Aquileia außer den Werken der berühmtesten christlichen Autoren der Westkirche (Cipriano, Terulliano, Ilario, Ambrogio, Girolamo) und den lateinischen Übersetzungen von Rufinos auch mindestens zwei Werke von Chromatius: ein „Korpus“ mit Predigten und ein Matthäus-Kommentar. Es ist leicht vorstellbar was mit diesen Manuskripten während der turbulenten Ereignisse geschah, denen Aquileia ab dem V. Jh. ausgeliefert war.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort Cromazio (San), vescovo di Aquileia verwiesen, verfasst von Giuseppe Cuscito, in Nuovo Liruti, Dizionario biografico dei Friulani, 1, Il Medioevo, C. Scalon (Hrsg.), Udine, Forum, 2006, 230-240.

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