Bernardo Maria de Rubeis, Historiker

Pier Silverio Leicht zählt ihn zu den Begründern der Geschichtsschreibung des 18. Jahrhunderts und um so mehr zu «einem Begründer einer gesunden Kritik der Dokumente: ein unermüdlicher Mann, der Archive und Bibliotheken nach Material durchsuchte, das zur Erläuterung der Begebenheiten des Vaterlandes geeignet war».

Am 8. Januar 1687 in Cividale del Friuli als Sohn von Antonio und Anna Formentini geboren, die einer lokalen Patrizierfamilie angehörten, änderte der junge Giovanni Francesco seinen Namen in Bernardo, als er 1703 den Habit der Dominikaner im Kloster der Kongregation des seligen Iacopo Salomoni in Conegliano anlegte. Nach dem Noviziat und dem damit verbundenen Ablegen der Ordensgelübde ging er ins Kloster S. Marco in Florenz, um dort seine Ausbildung abzuschließen und sich dabei vor allem der Philosophie zu widmen. Danach kehrte er nach Venedig zurück, wo er im Rosario-Kloster an den Zattere die Künste der Geschichte, Philologie und vor allem der Theologie erlernte. Er begeisterte sich für gelehrte Studien und lernte in Venedig Persönlichkeiten wie Apostolo Zeno, Benedetto Gentilotti und Alessandro Riccardi kennen. Dank diversen Erlebnissen, darunter die Reise nach Frankreich anlässlich der Krönung Ludwigs XIV., kam er mit Vertretern der Schule der Mauriner in Kontakt, die durch Lodovico Antonio Muratori und Giusto Fontanini ein wichtiges Diskussionszentrum im Friaul hatte. Schon bald widmete sich B.d.R. wie Giusto Fontanini, der zwischen Rom und dem Friaul pendelte, und wie Gian Domenico Bertoli, der hingegen fest im Friaul lebte, der Geschichtsschreibung und vor allem einer Untersuchung der „monumenta rariora“, die er chronologisch und typologisch ordnen und herausgeben wollte. 1740 erschien das Werk Monumenta Ecclesiae Aquileiensis commentatio historico-chronologico-critico illustrata, das 1885 in Udine von Domenico Pancini mit dem Titel Dell’origine, ingrandimento ed eccidio della città di Aquileia dissertazione inedita übersetzt wurde; 1747 erschien De nummis patriarcharum Aquileiensium dissertatio. B. d.R. starb 1775 in Venedig.

Für weitere Informationen wird auf das Stichwort de Rubeis Bernardo Maria, storico verwiesen, verfasst von Simone Volpato in Nuovo Liruti. Dizionario biografico dei Friulani, 2, L’Età Veneta, C. Scalon, C. Griggio, U. Rozzo (Hrsg.), Udine, Forum, 2009, 910-915.

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