Augustinus, De civitate Dei

Das De civitate Dei – nach Augustinus’ persönlicher Meinung ein großes und schwieriges Werk (magnum opus et arduum) – ist eine detaillierte Replik auf die Beschuldigungen gegen die Christen, die Ursache für die Korruption im Reich und für die Plünderung Roms im Jahr 410 gewesen zu sein; es ist aber auch und vor allem eine Theologie der Geschichte, in der die Gegensätze von irdischem Staat civitas terrena und Gottesstaat civitas caelestis beschrieben werden. Dem De civitate wurde stets viel Beachtung geschenkt, und seine Lektüre war Humanisten besonders wichtig. Der 1450 kopierte Codex Guarnerianus 8 wird im Inventar von 1456 verzeichnet, wo er vielleicht nicht ganz zufällig den ersten Platz in der Kiste der «voll vergoldeten Bücher» einnahm; im Inventar von 1461 hingegen wird die Abteilung der «Kirchenbücher» an zweiter Stelle verzeichnet, direkt hinter der «Bibel aus vergoldetem Pergament» (der heutige Guarner. 284). In Littera antiqua von einem unbekannten Kopisten der venezianischen Schule abgeschrieben, auf den auch die Codices Guarneriani 5 (Hieronymus), 23 (Laktanz), 51 (Cäsar) und 92 (Sueton) zurückzuführen sind, hat eine Verzierung in Form einer geknoteten Schlinge, die laut Elisabetta Barile auf Andrea Contrario zurückzuführen sei, einem Miniator, der auch zum Umkreis des schon genannten Francesco Barbaro gehörte. In der Mitte des unteren Randes auf fol. 19r befindet sich in Miniatur Guarnerios Wappen.

Details zweier Initialen mit geknoteter Schlinge (fol. 50 und 233)

Details zweier Initialen mit geknoteter Schlinge (fol. 50 und 233)

XII.7_Guarneriano_8_f. 233 v

fol. 19r, Verzierung der Initiale mit geknoteter Schlinge, Guarnerios Wappen im unteren Rand des Zierrahmens

fol. 19r, Verzierung der Initiale mit geknoteter Schlinge, Guarnerios Wappen im unteren Rand des Zierrahmens

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