Alessandro da Villedieu, Doctrinale

  • 1423; Pergament; 306 x 205 mm; Bl. III, 54, II’.
  • San Daniele del Friuli, Biblioteca Civica Guarneriana, 120

Eine der bis zum 16. Jahrhundert im Lateinunterreicht der Grammatikschulen ganz Europas meistverwendeten Schriften, die in die Büchersammlung von Guarnerio d’Artegna aufgenommen wurde.

Die auch unter dem Titel De arte grammatica bekannte Handschrift Doctrinale des Normannen Alessandro da Villedieu (12. Jh.) ist ein aus mehr als 2600 Hexametern bestehendes Werk. Die Hexametergruppen beinhalten die verschiedenen Grammatikregeln der lateinischen Sprache. Ziel war die Erleichterung des Erlernens der lateinischen Sprache, dank der so verfügbaren Gedächtnistechnik: dieses Ziel wurde wohl erreicht wenn man bedenkt, dass diese Schrift bis zum 16. Jh. eines der meistverwendeten Schulbücher für den Lateinunterricht der Grammatikschulen ganz Europas war. Diese im Doctrinale enthaltene Handschrift Guarnerios, sowie auch die Notabilia von Giovanni da Soncino (Guarner. 129) gehören zur Gruppe von Codizes, die Guarnerio entweder bereits vor der Zusammenstellung seiner humanistischen Bibliothek besaß, oder die er, was wahrscheinlicher ist, nach dem Tod seines Freundes und vielleicht Lehrers Giovanni da Spilimbergo erwarb. Es handelt sich um eine datierte Handschrift und die Kopie wurde 1423 von einem Schreiber fertiggestellt, der recht präzise chronologische Details liefert und mit einer Art Scharade auch seinen eigenen Namen preisgibt: «Explicit liber magistri Alexandri de Villa Dei. Deo dicamus gratias, amen. Manus scriptoris laudetur omnibus horis. Nomen scriptoris si tu cognoscere queris, ‘Mi’ tibi sit primo, medio ‘cha’, ‘el’ sit in ymo. Completum extitit dictum opus per supradictum scriptorem anno nativitatis Domini millesimo CCCC XXIII°, die XXa mensis aprelis, hora vigesima» (f. 54v).

f. 1r, Initiale mit phytomorphen Motiven und Goldblatt

f. 1r, Initiale mit phytomorphen Motiven und Goldblatt

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