Agostino, De civitate Dei

  • 15. Jahrhundert med.; Pergament; 368 × 276 mm; Bl. 292
  • Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana, Vat. lat. 436

Die von Ludovico Trevisan, dem Patriarchen von Aquileia und Kardinalkämmerer der Heiligen Römischen Kirche in Auftrag gegebene Handschrift, wurde nach seinem Tod der Päpstlichen Bibliothek vermacht.

Eine in gewisser Weise luxuriöse, humanistische Handschrift. Die Dekorationen der Initialen sind mit wahrscheinlich florentinischem, sehr schönen, weiß ausgesparten Rankenwerk verziert: dieses besteht aus mit matten Farben ausgemalten Blüten und Fibrillen und umgibt die vergoldeten Buchstaben. Auf Bl. 1r überzieht die Dekoration den die ganze Seite umfassenden Rahmen: Am unteren Ende in der Mitte befindet sich das Wappen von Ludovico Trevisan (Blau, auf der Spitze des halben Zahnrads, in der Mitte ein goldumrandetes Band mit drei sechseckigen Goldsternen), überragt von einem kleinen Bischofskreuz. Der sehr ausführliche und bekannte Text wird als eine der bedeutendsten Schriften des großen Theologen angesehen: Augustinus verwob darin mit meisterhafter Weisheit die gesamte klassische Kultur seiner Epoche. Deshalb wurde diese Handschrift auch während dem gesamten Humanismus sehr oft gelesen und war in den Bibliotheken der gelehrten Prälaten weit verbreitet; sie durfte demnach auch in der Bibliothek eines zum Prälaten ernannten Meisters der Medizin und demzufolge auch der Philosophie und der Künste wie Trevisan nicht fehlen. Die Handschrift war vermutlich bereits ab 1475-1481 in der Vatikanbibliothek vorhanden. Sie ging demnach aus dem Erbe von Trevisan, Patriarch von Aquileia, in den Besitz von Papst Paulus II. und an die Päpstliche Bibliothek über.

f. 1r, Dekoration auf dem die ganze Seite umfassenden Rahmen, in der Mitte unten das Wappen von Ludovico Trevisan

f. 1r, Dekoration auf dem die ganze Seite umfassenden Rahmen, in der Mitte unten das Wappen von Ludovico Trevisan

f. 152v mit Initiale E mit weiß ausgespartem Rankenwerk f. 152v mit Initiale E mit weiß ausgespartem Rankenwerk

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