13. Die Bücher der Wissenschaft und der Technik

Der Abschnitt über die Bücher der Wissenschaft und Technik enthält zehn Handschriften, eine Auswahl dieser spezifischen Kategorie aus dem Spätmittelalter und bis zum Anfang des modernen Zeitalters im Friaul. Die Kataloge und Inventuren der antiken friaulischen Bibliotheken weisen auf eine beachtliche Präsenz wissenschaftlicher oder praxisorientierter Bücher hin; vollständig erhalten gebliebene Schriften oder Fragmente von Handschriften der Bibliotheken bestätigen eine starke Verbreitung dieser Art von Manuskripten. Im ersten Abschnitt sind zwei Handschriften mit enzyklopädischem Charakter enthalten: De naturis rerum von Tommaso di Cantimpré und Tresor von Brunetto Latini. Im Gegensatz zum De naturis rerum ist die Schrift von Brunetto nicht in lateinischer Sprache verfasst, sondern in Vulgärfranzösisch, hier begleitet von einer toskanischen Mundart: Eine Neuigkeit im Panorama der Enzyklopädien und ein Hinweis darauf, dass diese Handschrift wohl für ein größeres Publikum und nicht nur für die kleine Gruppe der gebildeten, der lateinischen Sprache mächtigen, Gelehrten, gedacht war. Eine zweite Gruppe von Handschriften ist der medizinischen Wissenschaft gewidmet, die damals auf den Schriften von Hippokrates und Galen aufbaute; von letzterem wird das Kompendium seines wichtigsten Werks mit dem Titel Microtegni (oder Ars Parva) vorgestellt, in dem die allgemeinen Grundsätze der medizinischen Wissenschaft erläutert werden. Dieser Abschnitt enthält auch die Consilia von Geremia Simeoni, der Mitte des 15. Jahrhunderts in Udine als Arzt tätig war, die dem venezianischen Patrizier Zaccaria Trevisan, Leutnant der ‚Patria del Friuli’ im Jahr 1452, gewidmete Handschrift Conservanda sanitate und die in Spilimbergo fertiggestellte Handschrift Regimen ad Pestilentiam. Spilimbergo war der Ort an den Geremia sich zurückzog, um der Pest zu entfliehen. Im dritten Teil dieses Abschnitts werden spezifische Themen behandelnde Handschriften vorgestellt: Epitoma rei militaris von Vegezio und Mascalcia equorum von Giordano Ruffo di Calabria in französischer Vulgärsprache, Flos duellatorum von Fiore dei Liberi und De trigono balistario von Giovanni Fontana. Das Buch des adeligen Hufschmieds von Kaiser Friedrich II. von Schwaben über die Kunst Pferde zu züchten und zu pflegen, wurde nach dem Tod des Kaisers zwischen 1250 und 1256 in lateinischer Sprache verfasst und ist eine der ersten wissenschaftlichen Schriften des italienischen Mittelalters; Flos duellatorum des Friulaners Fiore dei Liberi ist dagegen das älteste italienische Handbuch über die Fechtkunst; die Schrift von Giovanni Fontana ist ein geniales und außerordentlich präzises Werk über die wissenschaftlichen Errungenschaften der italienischen Renaissance.

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